Artikel erschienen am 04.06.2018

Der Baustofffachhandel als Berater für gesundes Bauen

Die fachkundige Beratung zu den Baustoffeigenschaften ist die Grundlage für eine gesunde Immobilie

Von Diana Edom, Gardelegen | Uwe Schellbach, Klötze

Beim Thema Baustofffachhandel denken die meisten Mitbürger an den Ort, wo sie im Frühjahr Blumenzwiebeln, zwischendurch ein Päckchen Schrauben oder Tierbedarf, im Sommer einen Rasenmäher und im Herbst vielleicht neue Tapeten für die anstehende Renovierung kaufen. Das ist aber ein Baumarkt und kein Baustofffachhandel!

Ein Baustofffachhandel ist ein hochspezialisiertes Fachgeschäft ausschließlich für Baustoffe und deren Verwendung. Dort können nicht nur Baustoffe gekauft werden, sondern die Kunden können sich vor dem Kauf über alle Gewerke und die für die unterschiedlichen Baumaßnahmen zur Verfügung stehenden Baustoffe umfassend beraten lassen. Darüber hinaus werden auch Ansprechpartner bei Handwerksbetrieben, Architekten und Ingenieuren vermittelt, um dem Kunden auf der Suche nach versierten Spezialisten für die anschließende Ausführung unterstützen. Die professionelle Beratung und Unter­stützung ist umso wichtiger, als dass die allermeisten Menschen zum ersten Mal eine Immobilie bauen und somit ohne große Erfahrungen vor einer gewaltigen Aufgabe stehen. Denn schlussendlich soll ja ein
gesundes Gebäude bezogen werden.

Die Organisation der Baustofffachhändler

Die einzelnen Baustofffachhändler sind einem Verbund angeschlossen. Dieser kümmert sich in erster Linie um die Logistik, damit der örtliche Baustofffachhändler die gewünschten Materialien an seine Kunden liefern kann. Dafür werden bundesweit mehrere Zentrallager betrieben, die für eine reibungslose Versorgung der Gesellschafter sorgen. Durch den gemeinsamen Einkauf zur Mengenbündelung und Sortimentssteuerung können für den Kunden attraktive Preise generiert werden. Dazu werden intensive Lieferantenkontakte aufgebaut und gepflegt.

Der Verbund unterstützt die mittelständischen Fachhändler aber auch mit umfassenden Dienst- und Beratungsleistungen. Mehrere spezialisierte Fachgruppen bieten den einzelnen Baustofffachhändlern zudem Profilierungsmöglichkeiten an. Diese werden exakt auf die jeweiligen Bedürfnisse eines Gesellschafterunternehmens und dessen individuelles Marktumfeld zugeschnitten, aufeinander abgestimmt und für eine Vielzahl von Leistungsfeldern angeboten. Neben regelmäßigen Arbeitstagungen für einen intensiven Informationsaustausch wird ein aktives Marketing bis hin zum gemeinsamen Auftritt auf Fachmessen organisiert. Die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Führungskräften und Mitarbeitern ist die Grundlage für eine überdurchschnittliche Beratungsqualität.

Die Beratung durch den Baustofffachhändler

Neben der Versorgung mit Materialen für den Hausbau kann der Baustofffachhändler dem Kunden in vielen Fällen zu unterschiedlichen Fragestellungen verlässlich weiterhelfen. Die umfassende Information zu den Baumaterialien bildet dabei den Kern seiner Beratungsleistung, welche die Vor- und Nachteile der in Frage kommenden Baustoffe umfasst. Die Beratung bezieht sich dabei nicht nur auf das Gebäude, sondern vielmehr auch auf den Garten- und Landschaftsbau. Darüber hinaus können durch den Berater Hinweise zu Finanzen gegeben sowie persönlich bekannte Fachbetriebe und Planer vermittelt werden.

Unter Berücksichtigung des jeweiligen Bauvorhabens kann der Baustofffachhändler im Rahmen seiner Beratung Ratschläge zu bestimmten Materialien und zum Bauen im Allgemeinen geben. Dabei spielen die Aspekte des Energiesparens, des Brand- und Schallschutzes sowie des barrierefreien Wohnens eine herausgehobene Rolle. Insbesondere das gesunde Wohnen erfährt im Rahmen der Beratung eine zentrale Beachtung, da die bei dem Bau verwendeten Materialien und Baustoffe eine maßgebliche Auswirkung auf die Wohngesundheit haben.

Gesundes Bauen

Durch die Verpflichtung, immer Energie sparender zu bauen, verbleiben Schadstoffe aus Bauprodukten immer häufiger im eigenen Gebäude. Das Thema „Gesund wohnen bzw. arbeiten“ nimmt für Bauherren daher einen großen Stellenwert ein. Doch ist es gar nicht so leicht, das Vorhaben beim eigenen Bau in die Tat umzusetzen. Dabei haben alle Immobiliennutzer ein Recht auf Wohn- und Arbeitsgesundheit im eigenen Haus. Gesund bauen und damit gesund nutzen sollte daher als verbindliche Forderung beim Hausbau definiert werden.

Für Bauherren und ihre Familien ist das eigene Haus ein Ort der Erholung und des Kraftauftankens. Im Büro verbringen viele Menschen sogar noch mehr Zeit als zuhause. Doch Vorsicht: Wer in ein neu gebautes Haus zieht, wird nicht selten mit einem Schwall unangenehmer Gerüche und reizender Substanzen konfrontiert, die schon beim kurzzeitigen Aufenthalt Augenbrennen und Kratzen im Hals hervorrufen können. Langfristig steigt in einem solchen Umfeld die Häufigkeit von Allergien und Unwohlsein oder es drohen im schlimmsten Fall Gesundheitsschäden. Kinder und ältere Menschen sind davon am stärksten betroffen.

Ein Schnupfen, Fieber oder gar eine Grippe – bestimmten Krankheiten können wir trotz aller Vorsorge nicht entkommen. Aber zumindest beim Hausbau können sich Bauherren bewusst für (Wohn-/Arbeits-) Gesundheit in der eigenen Immobilie entscheiden. Durch den Einsatz gesunder Baustoffe sorgen Bauherren langfristig für Wohn-/Arbeitsgesundheit im eigenen Gebäude. Schließlich ist das Raumklima in unseren Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen mitentscheidend für unser Wohlbefinden.

Geeignete Baustoffe für die gesunde Immobilie

Bauherren können bereits beim Hausbau vorsorgen, um sicherzustellen, dass sie gesund wohnen
bzw. arbeiten. Viele Baustoffe und Materialien sind mit verlässlichen Qualitätskennzeichen versehen, die die Wohn-/Arbeitsgesundheit beim Hausbau garantieren. Der Baustofffachhändler kann darüber hinaus den Bauherren zu allen Vor- und Nachteilen der sich auf dem Markt befindlichen Baustoffe insbesondere unter Berücksichtigung des Aspekts der Gesundheit beraten.

Viele Bauherren sind sogar bereit, für eine gesunde

Innenraumluft in der eigenen Immoilie einen Mehrpreis zu zahlen. Eine gesunde Innenraumluft als zentraler Faktor ist kein Möchtegern-Attribut beim Hausbau, sondern für Bauherren eine Notwendigkeit. Eines sollten Bauherren wissen: Auch dauerhaft unangenehme
Gerüche im neugebauten Gebäude sind ein Mangel, gegen den man vor Gericht vorgehen kann. Zwar gibt es keine allgemeingültige Verfahrensweise für gesundes Bauen und Wohnen, aber mit der VDI 4302 wurde vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Richtlinie ver­öffentlicht, die Ge­rüche weitgehend objektiv messbar macht. Das entsprechende Gutachten eines zertifizierten Prüf- und Geruchlabors ist vor Gericht sehr hilfreich.

Gesund wohnen bzw. arbeiten muss kein Wunsch beim Hausbau bleiben. Den Beweis liefern die bereits realisierten Projekte, die sicher wohngesund geplant und gebaut wurden. Die Auswahl der richtigen Baustoffe ist dafür eine wesentliche Basis.

Foto: Fotolia/DanBu.Berlin

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