Artikel erschienen am 09.08.2023
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Molekulare Pathologie

Von Prof.Dr. Jürgen Krauter, Braunschweig
Jürgen Krauter
Prof.Dr. Jürgen Krauter
Chefarzt Hämatologie und Onkologie

Diese Ergebnisse erlauben einerseits eine gewisse Abschätzung, wie der Verlauf der Tumorerkrankung und die Heilungschancen sein werden („prognostische Veränderungen“). Andererseits gibt es Mutationen, anhand derer man vorhersagen kann, ob eine bestimmte Therapie wirksam sein wird („prädiktive Veränderungen“). Diese prädiktiven Mutationen greifen meist in den Zellstoffwechsel ein und sind dadurch an der Entstehung einer Tumorerkrankung beteiligt. Auf der Basis dieser Erkenntnisse wurden Medikamente entwickelt, die passgenau in diese gestörten Stoffwechselwege eingreifen und dadurch das Wachstum der Tumorzellen blockieren („molekular zielgerichtete Therapien“). Diese zielgerichteten Therapien sind heutzutage bei einer ganzen Reihe von bösartigen Erkrankungen (z. B. Bronchialkarzinom, malignes Melanom, akute und chronische Leukämien) fester Bestandteil des therapeutischen Repertoires und haben die Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitert und verbessert.

Grundlage für den Einsatz solcher Therapien ist die vorherige möglichst umfassende molekulare Analyse des Tumormaterials. Hierfür eignen sich in besonderer Weise moderne Hochdurchsatzverfahren („next generation sequencing, NGS“). Durch diese können automatisiert aus einer einzigen Tumorprobe gleichzeitig zahlreiche Erbgutabschnitte auf das Vorliegen von prognostischen oder prädiktiven Mutationen untersucht werden. Die Empfindlichkeit der NGS-Analyse ist dabei deutlich höher als bei früher gebräuchlichen molekularen Methoden.

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