Artikel erschienen am 14.02.2023
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Keine M&A-Beratung ohne ESG-Kompetenz!

Von Martin Steidle, Stuttgart
Martin Steidle
Martin Steidle
Director LBBW M&A

ESG hat innerhalb weniger Jahre zu einem Paradigmenwechsel im Rahmen der Unternehmenssteuerung geführt: Vorstandsnahe interne ESG-Organisationen oder ESG-linked-Finanzierungen sind Beispiele, die dies vor Augen führen. Gleichzeitig werden Geschäftsmodelle von Investoren immer kritischer hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit hinterfragt.

So ist kaum überraschend, dass ESG auch bei M&A nicht mehr auszublenden und zu einer Triebfeder für Unternehmenstransaktionen geworden ist. Laut aktueller Studie einer führenden Unternehmensberatung wächst die Zahl der Transaktionen stetig, bei denen sich Konzerne unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verstärken oder neu aufstellen. ESG-motivierte Unternehmenstransaktionen hatten 2021 einen Anteil von über 22% am gesamten M&A-Markt. Die Ausführungen verdeutlichen, dass ESG ein (Wert-)Faktor bei Unternehmenstransaktionen geworden ist. Auch Finanzinvestoren achten bei Investitionen auf das Thema Nachhaltigkeit – wohlwissend, dass es schwieriger wird, ein Unternehmen mit ESG-Risiken gewinnbringend zu veräußern.

ESG spielt im Rahmen der M&A-Beratung eine zunehmend prominente Rolle, was Auswirkungen auf das Kompetenzprofil eines M&A-Beraters hat. Um ein Unternehmen entsprechend seines ESG-Profils darzustellen, bspw. bei der Erstellung von Vermarktungsunterlagen oder bei der Organisation der Due Diligence, sind entsprechende Kenntnisse erforderlich. So wie der M&A-Berater wesentliche transaktionsbezogene Rechts- und Finanzthemen mit den Anwälten und Wirtschaftsprüfern koordiniert, wird die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten ESG-Berater an Bedeutung gewinnen. Dabei muss der M&A-Berater wichtige Themen identifizieren und das Erfordernis der Hinzuziehung eines Spezialisten beurteilen. Ein geschultes Auge ist insbesondere für einen „ESG Readiness Check“ erforderlich. Dieser empfiehlt sich, um rechtzeitig vor einer Unternehmenstransaktion Schwachstellen zu identifizieren und hierauf reagieren zu können. Gerade hier schafft ein integrierter Corporate-Finance-Ansatz durch die enge Verzahnung von ESG- und M&A-Beratung aus einer Hand erheblichen Mehrwert.

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