Artikel erschienen am 13.04.2015

Wohnungsbau im Fokus der Öffentlichkeit

Von Olaf Nickel, Wendeburg

Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten und die gleichzeitige Forderung nach bezahlbarem Wohnraum ist in letzter Zeit verstärkt in den Medien behandelt worden. Auch die Politik beschäftigt sich jetzt mit diesem Thema. Doch nicht nur in den bekannten Ballungsräumen wie z. B. Hamburg, München und Berlin, sondern auch in der Region Braunschweig / Wolfsburg gibt es einen verstärkten Bedarf an Wohnraum.

Der gesamte Neubauwohnungsbedarf wird hauptsächlich durch Mehrgeschossigen Wohnungsbau abgedeckt werden müssen, da durch die Verknappung von Bauland die benötigte Menge nicht durch den Bau von Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese gedeckt werden kann. Im Zuge ökologischer Überlegungen wird der Landverbrauch und dessen Versiegelung weiter eingeschränkt und hat zur Folge das die Neuausweisung von Bauland immer weiter reduziert wird.

Bei der Größe der Haushalte wird es künftig einen Zuwachs an kleinen, mit ein und zwei Personen bewohnten Wohnungen geben. Dabei unterscheiden sich die Ansprüche der jungen und der älteren Singlehaushalte sehr deutlich. Während die jungen Erwachsenen, insbesondere die Studierenden, in der Regel preisgünstigen, evtl. auch schlichten Wohnraum suchen, ist für die kleinen Seniorenhaushalte eine barrierefreie Wohnung wichtig. Insbesondere die Generation 60+ schätzt eine zentrale und ruhige Lage mit entsprechendem Wohnkomfort. Barrierefreie Wohnungen zeichnen sich durch eine Begehbarkeit ohne Stufen und Schwellen aus und haben ausreichende Bewegungsflächen in Flur, Küche und Bad mit breiten Türen und sind über eine Aufzugsanlage erreichbar.

Das Thema Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde und muss bei der Planung ebenfalls berücksichtigt werden. Es beschreibt ein Handlungsprinzip zur überlegten Ressourcennutzung in Bezug auf eine bestimmte Zeit. Dazu zählen unter anderen energieeffiziente Bauvorhaben mit möglichst regionaler Energiegewinnung in Form von Nahwärmenetzen, sowie lange Lebenszyklen bei der Auswahl von Baumaterialien und -konstruktionen, die sich auch auf den Unterhalt positiv auswirken.

In Zukunft werden ganzheitliche Überlegungen bei der Materialauswahl eine immer größere Rolle spielen. Es macht wirtschaftlich in der Regel keinen Sinn, zur Erreichung besserer U-Werte Gebäude mit noch dickeren Dämmpaketen zu versehen, wenn die aufgrund dessen eingesetzte Produktionsenergie für die Herstellung zusätzlicher Dämmstärken auch auf lange Sicht höher ist als die dadurch eingesparte Energie.

Gerade im Zusammenhang mit ganzheitlichen Überlegungen zum Thema Nachhaltigkeit bietet der Wandbaustoff Kalksandstein klare Vorteile. Für die Herstellung der Kalksandsteine wird nur wenig Energie benötigt und es fallen keine umweltbelastenden Rückstände und Emissionen an. Kalksandsteinbauten haben eine lange Lebensdauer und aufgrund der Funktionstrennung ist eine Anpassung an veränderte Energiestandards der Zukunft möglich. Selbst nach dem Rückbau ist Kalksandstein vollständig recycelbar.

Durch das hohe Gewicht von Kalksandsteinwänden wird ein optimaler erhöhter Schallschutz erreicht. Dies gilt sowohl für den Schutz vor Außenlärm als auch für Schallschutz zwischen den einzelnen Wohneinheiten.

Mit massiven inneren Raumtrennwänden wird im Vergleich zu leichten Konstruktionsweisen über den gesamten hörbaren Frequenzbereich eine gute Schalldämmung erreicht.

Das massive Mauerwerk aus Kalksandstein bringt von Natur aus einen weiteren wesentlichen Vorteil für das Wohlbefinden des Bewohners: das hohe Speichervermögen durch die hohe Rohdichte. Dadurch können die Wände im Sommer die überschüssige Raumwärme aufnehmen. Wird in der Nacht gut gelüftet, kann so die Wärme aus den Räumen entweichen. Im Winter sorgt die Speicherfähigkeit dafür, dass in der Nacht die Räume trotz Nachtabsenkung der Heizung nicht auskühlen. Damit können Wohngebäude aus Kalksandstein den Anforderungen an den künftigen Wohnungsbau – kleine Haushalte, Barrierefreiheit, Mehrgeschossigkeit, Nachhaltigkeit, Schallschutz und Wärmeschutz – optimal gerecht werden.

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