Artikel erschienen am 08.01.2025
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Die elektronische Patientenakte kommt

Welche Vorteile und welche Risiken sind mit der Einführung verbunden?

Von Dr. iur. Steffen Ullrich, Braunschweig
Steffen Ullrich
Dr. iur. Steffen Ullrich
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht

Foto: Adobe Stock / Makaron

Vorteile der elektronischen Patientenakte

Die ePA ermöglicht eine umfassende Übersicht über die Gesundheitsdaten der Versicherten und soll den Behandlern und den Patienten jederzeit zugänglich sein. Chronische Erkrankungen, Vorerkrankungen, Medikationen, Allergien und weitere relevante Informationen sind digital hinterlegt und ersparen wiederholte Anamnesen und unnötige Doppeluntersuchungen. Dies soll die Effizienz des Gesundheitswesens erhöhen und gleichzeitig Kosten senken.

Darüber hinaus wird die ePA auch für die Forschung als wichtiges Werkzeug betrachtet. Durch die Anonymisierung und Aggregation der Daten können neue Erkenntnisse gewonnen und die Versorgung verbessert werden.

Kritikpunkte und Herausforderungen

Doch die Einführung der ePA bringt auch erhebliche Herausforderung und Bedenken mit sich. Einer der zentralen Kritikpunkte betrifft den Datenschutz. Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten persönlichen Informationen und einige Bürger befürchten, dass ihre Daten durch Hackerangriffe oder technische Pannen kompromittiert werden könnten. Trotz strengen Sicherheitsvorkehrungen und Verschlüsselung gibt es keine absolute Sicherheit gegen Cyberangriffe. Kritiker warnen daher, dass die ePA das Vertrauen der Bürger in die digitale Datenspeicherung gefährden könnte.

Zudem wird das sog. Opt-out-Verfahren als problematisch betrachtet. Bei allen Versicherten wird die ePA automatisch angelegt, es sei denn, sie widersprechen aktiv. Kritiker sehen hierin eine Einschränkung der informationellen Selbstbestimmung.

Neben den rechtlichen und ethischen Fragen kommt hinzu, dass viele Kliniken und Praxen noch nicht ausreichend auf die ePA vorbereitet sind. Die digitale Infrastruktur ist teilweise unzureichend, es mangelt zudem an geschultem Personal.

Fazit:

Die Einführung der elektronischen Patientenakte im Jahr 2025 bietet Chancen, aber auch erhebliche Herausforderungen und Risiken. Es bleibt abzuwarten, ob die ePA langfristig zur Verbesserung des Gesundheitssystems beiträgt oder ob die Risiken überwiegen. Die kontroverse Diskussion zeigt, wie wichtig ein ausgewogener Umgang mit Datenschutz und Patientenrechten ist, um das Vertrauen der Bevölkerung bei technischer Innovation zu gewinnen.

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