Artikel erschienen am 26.04.2023
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Vom Rezept bis zur Versorgung

Der Weg bis zum Hilfsmittel

Von Sabrina Beinling, Braunschweig

Nicht nur das Krankheitsbild sondern auch die Ausprägung der Krankheit bestimmt die Art der Versorgung mit Kompressionsstrümpfen.

Es gibt vier unterschiedliche Druck- oder Kompressionsklassen, die je nach Krankheitsbild und/oder -schwere vom Arzt verschrieben werden. Der Arzt entscheidet anhand der Ausprägungen der Symptome, welche Druckklasse für seinen Patienten die richtige ist. Versorgt wird er im Sanitätshaus.

Speziell ausgebildete Fachkräfte kennen die verschiedenen Kompressionsklassen:

  • Klasse 1: bei leichter oder beginnender Krampfaderbildung, schweren und müden Beinen, keine Ödembildung.
  • Klasse 2: ausgeprägte Krampfadern, Schwellungen, oberflüchlichen Venenentzündungen, Ödemen und nach Operationen.
  • Klasse 3: nach Thrombose und zum Abheilen von Unterschenkelgeschwüren, chronischer Veneninsuffizienz, Krampfaderleiden und Hautveränverungen.
  • Klasse 4: noch schwerere Krankheitsbilder und Lymphödeme.

Die Fachkräfte im Saniätshaus beraten den Kunden und suchen mit ihm gemeinsam den optimalen Strumpf aus. Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Materialien und Farben. Auch gibt es unterschiedliche Hersteller mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Abhängig von der Krankenkasse muss vor der Versorgung ein Kostenvoranschlag erstellt und genehmigt werden. Das kann dann ein paar Tage dauern. Üb­rigens leiden weit mehr Frauen als Männer unter Venenerkrankungen wie Krampfadern.

Ganz wichtig ist das richtige Messen, damit die Kompressionsstrümpfe optimal sitzen und den richtigen Druck auf die entsprechenden Partien für einen optimalen Druckverlauf abgeben.

Die Fachverkäuferin nimmt beim Kunden Maß. Neben der Beinlänge sowie Länge und Breite des Fußes wird der Umfang der Beine an verschiedenen Messpunkten gemessen und in ein Maßblatt eingetragen.

Wenn die passenden Strümpfe vorrätig sind, kann der Kunde sie sofort erhalten. Sind sie nicht vorrätig oder bedarf es einer speziellen Größe, werden die Strümpfe bestellt.
Wissenswertes über Kompressionsstrümpfe: Bei einer ärztlichen Verordnung übernimmt die Krankenkasse zwei Paar Kompressionsstrümpfe. Die Kompressionsstrümpfe sollten nach sechs Monaten ausgetauscht werden, da sie bei regelmäßigem Gebrauch an Festigkeit verlieren können und dann der Druck bzw. dessen Verteilung nicht mehr stimmt.

Es gibt auch modische Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen. Für diese muss allerdings eine Aufzahlung geleistet werden.

Unterstützend sollten Menschen bei müden Beinen Venengymnastik betreiben.

Kompressionsstrümpfe müssen gut sitzen. Sie dürfen keine Falten bilden sonst ist der Therapieverlauf in Gefahr.
Deswegen zeigt die Fachverkäuferin der Kundin oder dem Kunden ganz genau, wie der Strumpf anzuziehen ist.

Es gibt auch Anziehhilfen, die je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen. Ob Gestell oder spezielle Kunststoff-Anziehhilfe, jeder Kunde kann entscheiden, ob und welche Strumpfanziehhilfe optimal ist. Die Strümpfe lassen sich mit Übung auch ohne Anziehhilfe anziehen. Um das Material zu schonen, empfehlen sich spezielle Handschuhe.

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