Artikel erschienen am 26.04.2023
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Hightech und Handarbeit in Symbiose

Moderne orthopädische Schuh­technik nutzt die 3D-Technik

Von Georg Spies, Braunschweig

Sind die Füße nicht gesund, können Einlagen, orthopädische Schuhzurichtungen oder orthopädische Maßschuhe einen Ausgleich schaffen. Einlagen, orthopädische Schuhzurichtungen und auch orthopädische Maßschuhe werden vom Orthopäden verordnet. Während noch vor einigen Jahren eine Versorgung beispielsweise mit orthopädischen Maßnahmen noch einige Wochen dauerte, hilft in einer modernen orthopädischen Schuhtechnik innovative Technik wie 3D-Scanner, CAD-Programme, CAD-Fräsen und 3D-Drucker, den Herstellungsprozess enorm zu verkürzen.

Bevor Einlagen, Schuhzurichtungen oder Maßschuhe gebaut werden können, benötigt der orthopädische Schuhtechniker alle erforderlichen Daten der Füße. Dazu werden heute Fußscanner eingesetzt, die entweder die Fußsohle – für die Einlage – oder den kompletten Fuß bis über den Knöchel – für den Maßschuh – im 3D-Messverfahren erfassen. Es werden also auch alle Besonderheiten beider Füße miterfasst wie beispielsweise die Zehenstellung aber auch Länge und Breite des Fußes. Diese Technik ersetzt das Gipsen und ist für den einzelnen Kunden sehr viel angenehmer.

Daten aus dem 3D-Scanner werden an den PC gesendet

Die erfassten Daten sendet der Fußscanner an einen Computer. In speziellen Programmen werden die Daten so verarbeitet, dass anschließend ein virtuelles Abbild der Fußsohle bzw. des kompletten Fußes entsteht. An diesem Abbild modelliert der Orthopädische Schuhtechniker dann die Einlage am Bildschirm. Er kann das Abbild am Bildschirm aus jeder Perspektive ansehen.

Die Leistenhülle wird aus einem Filament gedruckt

Im Anschluss errechnet der Computer aus dem virtuellen Fuß-Abbild die Daten, die die CNC-Einlagenfräse oder der 3D-Drucker benötigen, um die Einlagen zu fräsen bzw. die Hülle der Schuhleisten zu drucken. Sowohl die CNC-Einlagenfräse als auch die beiden 3D-Drucker starten selbständig, sobald der Orthopädie-Schuhtechniker den Befehl dazu gibt.

Die Einlagenfräse fräst gleichzeitig beide Einlagen als Rohform. Der Orthopädie-Schuhtechniker passt sie anschließend individuell für deren Träger und dessen Schuhe an.

Die 3D-Drucker arbeiten parallel und benötigen etwa eine Stunde, um zwei Leistenhüllen zu erstellen. Dafür wird zunächst die Basis der Leisten gedruckt. Auf diese Basis wird anschließend Runde um Runde das Filament gedruckt, bis die komplette Leistenhülle fertig ist. Die Hüllen werden anschließend mit einem PU-Schaum gefüllt. Nach einer Trocknungszeit sind die Leisten fertig und der Aufbau des Probeschuhs kann beginnen.

Zwei Drucker – ein Paar Leisten

Mit Hilfe der 3D-Technik wird heute in der Orthopädie-Schuhtechnik effektiver gearbeitet und die Versorgung mit Einlagen oder orthopädischen Maßschuhen kann sehr viel schneller stattfinden. Allerdings hängt die Geschwindigkeit natürlich auch von der Auftragslage im jeweiligen Unternehmen ab.

Vom Probeschuh zum orthopädischen Maßschuh

In dringenden Fällen kann sofort, nachdem der Leisten fertig gestellt wurde, mit dem Bau des Probeschuhes aus einem durchsichtigen Material begonnen werden. Dieser Probeschuh ist für den Kunden sehr wichtig, werden doch an ihm eventuelle kleine, unbequeme Stellen, insbesondere mögliche Druckstellen, detektiert und diese dann am jeweiligen Leisten nachgearbeitet.

Passt der Probeschuh, wird anschließend das gewünschte Schuhmodell auf dem Leisten aufgebaut. Auch der orthopädische Maßschuh wird zwischendurch anprobiert, sodass die optimale Passform garantiert werden kann. Erst wenn der Schuh optimal passt, wird er an den Kunden ausgeliefert.

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