Artikel erschienen am 01.10.2018

Patientensicherheit im Krankenhaus

Von Jörg Waldmann, Braunschweig

Patienten, die in ein Krankenhaus kommen, gehen – und dürfen davon ausgehen, dass sie sich über ihre Sicherheit keine Gedanken machen müssen.

Leider liest und hört man in den Medien häufig, dass im Rahmen der medizinischen und pflegerischen Behandlung doch Fehler auftreten, die die Patientensicherheit und -unversehrtheit gefährden.

Jede Einrichtung ist daher angewiesen und gut beraten, Maßnahmen und Rituale in den Versorgungsablauf einzuführen, die die Patientensicherheit sicherstellen.

In vielen Krankenhäusern sind zahlreiche Maßnahmen und Rituale implementiert, die dafür Sorge tragen, dass ein Höchstmaß an Patientensicherheit gewährleistet werden kann.

Einige dieser Maßnahmen, die sich unter anderem an den Empfehlungen des Aktionsbündnisses für Patientensicherheit orientieren, sollen hier vorgestellt werden.

Patientenidentifikationsarmband

Bereits bei Aufnahme erhalten Sie ein Patienten­identifikationsarmbad, damit jeder Patient zu jedem Zeitpunkt der Versorgung sicher identifiziert werden kann. Diese scheinbare Selbstverständlichkeit ist nicht banal: Eine sichere Patientenidentifikation nimmt alle Beteiligten in die Verantwortung.

Regelhaft und wiederkehrend wird sich vergewissert, dass der richtige Patient die richtige Behandlung erhält.

Ärztliche/pflegerische Anamnese

Die gewissenhafte ärztliche und pflegerische Anamnese gehören auch zu den Maßnahmen, für Sicherheit zu sorgen.
Hierbei kann es auch vorkommen, dass Fragen von unterschiedlichen Mitarbeitern mehrmals gestellt werden, z. B. die Frage nach Unverträglichkeiten/Allergien. Es kommt nämlich sehr häufig vor, dass einem diese Besonderheiten erst bei der erneuten Nachfrage wieder einfallen oder eine weitere erst wieder in Erinnerung gerufen wird. Es handelt sich hierbei nicht um ein unorganisiertes Vorgehen.

OP-Begleitschein

Wenn Sie sich einer Operation unterziehen, so wird bereits auf Station eine Checkliste geführt, die sicherstellt, dass alle vorzubereitenden Maßnahmen erfolgt sind. Diese Checkliste wird in der Operationsabteilung fortgeführt, um auch hier für größtmögliche Patientensicherheit zu sorgen.

Beispielsweise werden bei der Einschleusung in den Operationstrakt nach dem Namen und nach der durchzuführenden Operation gefragt. Dies geschieht, weil auch dies eine Maßnahme ist, um eine Patientenverwechselung auszuschließen.

Team-Timeout

Vor Beginn einer Operation werden zwischen den Mitarbeitern im Operationssaal alle wichtigen Faktoren eines Eingriffes abgefragt: Patientenidentifikation, geplante Operation, Operationsseite, Vorhandensein aller benötigten Ins­trumente/Implantate etc. Diese Maßnahme dient dazu, dass die geplante Operation/das geplante Operationsverfahren sicher durchgeführt werden kann.

Zählkontrolle

Damit keine Materialien unbeabsichtigt im Operationsgebiet zurückgelassen werden, findet mehrmals im Operationsverlauf – in genau festgelegten Situationen – eine Zählkontrolle statt. Hierbei werden alle Materialien am Operationstisch (Tupfer, Kompressen, Bauchtücher, Nadeln, Instrumente) gezählt, um die Vollständigkeit zu überprüfen.

Entlassungsmanagement

Auch die Organisation der Entlassung des Patienten – mit den ggf. benötigten Hilfsmitteln, der Überleitung an einen ambulanten Pflegedienst etc. – gehört zur Patientensicherheit. Es wird dafür gesorgt, dass dort, wo der Bedarf und die Notwendigkeit bestehen, die Versorgung des Patienten und damit die Patientensicherheit auch nach dem Krankenhausaufenthalt sichergestellt sind.

Aktionsbündnis „Saubere Hände“

Die Teilnahme am Aktionsbündnis „Saubere Hände“, in dem sowohl die Patienten, Angehörigen als auch die Mitarbeitenden regelmäßig über die Wichtigkeit der hygienischen Händedesinfektion informiert und geschult werden, trägt maßgeblich zur Sicherheit der Patienten bei.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Maßnahmen und Rituale, die in einem heutigen Krankenhaus etabliert sind, um die Sicherheit der Patienten gewährleisten und sicherstellen zu können.

Bild: Fotolia/ipopba

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