Artikel erschienen am 05.11.2018

Moderner Behandlungsansatz in der Endoprothetik

Schnellere Verfahren, zufriedenere Patienten

Von Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig

Wieder unbeschwert Sport treiben, schmerzfrei den Alltag erleben und die Freizeit genießen können – das ist Wunsch vieler Patienten mit Knie- oder Hüftproblemen. In den letzten Jahren hat sich dazu ein modernes Behandlungskonzept entwickelt, welches das Ziel verfolgt, einerseits durch muskelschonende OP-Verfahren und einer Optimierung der klinischen Abläufe, andererseits durch eine aktive Einbeziehung des Patienten und einer frühzeitigen Mobilisierung möglichst rasch mit der Rehabilitation beginnen zu können.

Vor der Operation steht die Teilnahme an einer Patientenschulung, in der alle beteiligten Fachdiszi­plinen Wissenswertes rund um die geplante Operation vermitteln. So wird der Patient bereits im Vorfeld im korrekten Umgang mit Unterarmgehstützen geschult und es werden Eigenübungen für die postoperative Nachbehandlung vermittelt. Ebenfalls wichtig ist die frühzeitige Einbeziehung des sozialen Umfeldes und die Wahl eines sog. „Coach“, der dem Patienten vor, während und nach der OP zur Seite steht.

Am Tag der OP werden bei diesem Behandlungskonzept Prozesse in Anästhesie und Orthopädie optimiert, d. h. es kommen sowohl Verfahren der modernen Schmerztherapie zur Anwendung ebenso wie der weitestgehende Verzicht auf Drainagen, Katheter und Verweilkanülen. Bereits wenige Stunden nach dem Gelenkersatz erfolgt die Mobilisierung des Patienten, sodass Thrombosen und Kreislaufprobleme nahezu vermieden werden können. Durch diese Maßnahmen wird dem Patienten das unmittelbare Tragen von Freizeitkleidung und die Einnahme der Mahlzeiten am Tisch ermöglicht – ebenfalls ein wichtiger Beitrag zum Wohlbefinden und zu einer schnelleren Genesung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch eine individuelle Prothesenwahl, minimal-invasive Zugänge und einer Optimierung der Prozesse, eine verbesserte postoperative Rekonvaleszenz mit geplanter Entlassung erreicht werden kann. Das wesentliche Ziel ist es, den gut informierten Patienten noch zufriedener mit einer kürzeren stationären Verweildauer in die anschließende Rehabilitation bzw. Nachbehandlung zu entlassen.

Bilder: Klaus G. Kohn, Fotolia/Robert Kneschke

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