Artikel erschienen am 09.10.2018
E-Paper

Künstlicher Gelenkersatz

Hohe Behandlungsqualität in ausgewiesenen Zentren

Von Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig

Die Endoprothetik in Deutschland wird auf einem qualitativ, aber auch zahlenmäßig hohen Level durchgeführt. Bei den derzeit über 420 000 Hüft- und Kniegelenken, die in Deutschland jährlich eingesetzt werden, kann die Qualität als sehr hoch eingestuft werden.

Allerdings schwankt die Versorgungsqualität zwischen einzelnen Kliniken stark. So war Ziel des von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) im Jahr 2011 entwickelten weltweit ersten Zertifizierungssystems in der Endoprothetik die Verbesserung der Prozesse und Ergebnisse des Hüft- und Kniegelenkeinbaus sowie der Wechseloperationen.

Kliniken, die nach diesem Verfahren zertifiziert sind, haben sich einer Überprüfung anhand eines mehr als 50 Seiten umfassenden Kriterienkataloges in allen Strukturen und Prozessen unterzogen, so unter anderem das Vorhandensein einer optimalen Infrastruktur im OP und außerhalb des OPs, die Sicherstellung der Nachsorge, so z. B. das Vorhandensein einer Intensivstation und die Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten wie Mikrobiologen, Pathologen, Gefäßchirurgen und Radiologen, die bei speziellen Fragestellungen zur Seite stehen. Das Angebot an Kunstgelenken muss alle Schwierigkeitsgrade abdecken – gerade eine Klinik, die eine hohe Zahl an Wechseloperationen durchführt, muss über eine große Prothesenvielfalt verfügen, um allen in der Operation auftretenden Ansprüchen gerecht zu werden. Die Ergebnisse der Operationen werden erfasst und dokumentiert und bei der jährlichen Rezertifizierung kontrolliert. Des Weiteren ist sichergestellt, dass jeder Operateur im Endoprothetikzentrum eine Mindestanzahl von 50 endoprothetischen Operationen im Jahr selbständig durchführt, in Endoprothetikzentren der Maximalversorgung liegt die Mindestanzahl bei 100 endoprothetischen Operationen für die beiden geforderten Senior-Operateure pro Jahr.

Klar definierte Abläufe

In Endoprothetikzentren der Maximalversorgung, von denen es aktuell rund 150 deutschlandweit gibt, sind die Strukturen vom Erstkontakt mit dem Patienten bis zur Nachsorge klar geregelt. All dies dient einem reibungs- und komplikationslosen Ablauf sowie der Optimierung der Ergebnisse der Endoprothetik, was letztendlich den größtmöglichen Operationserfolg und die hohe Zufriedenheit des Patienten bedingen soll.

Erfahrung und optimierte Abläufe in diesem Segment der planbaren Orthopädie sind unverzichtbar und führen nachweislich zu besseren Ergebnissen.

Bilder: Klaus G. Kohn, Fotolia/reineg, Fotolia/freshidea

Ähnliche Artikel

Gesundheit

Orthopädische Rehabilitation nach endoprothetischem Ersatz von Hüfte und Knie

Gelenkersatzoperationen von Hüft- und Kniegelenk gelten als zuverlässige und sichere Standardoperationen, die Patienten mit  Verschleißerkrankungen den Rückgewinn von Funktionsfähigkeit und Teilhabe ermöglichen. In Deutschland werden inzwischen jährlich ca. 200 000 Hüftgelenke und 150 000 Kniegelenke eingesetzt. Die nachfolgende Anschlussheilbehandlung (AHB) oder Rehabilitation (Reha) ist weitgehend standardisiert.

Braunschweig 2012 | Dr. med. Helmut Tostmann, Bad Harzburg

Gesundheit

Der Knorpelschaden im Kniegelenk

Ursachen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten

Der im Kniegelenk vorhandene sog. „hyaline Knorpel“, der das Gleiten der Gelenkflächen ermöglicht, zeichnet sich durch eine hohe Biegungs- und Druckelastizität mit gleichzeitiger langer Haltbarkeit aus. Die Besonderheit ist allerdings eine fehlende eigene Regenerationsfähigkeit im Schadensfall, wie Unfallereignissen oder Verschleißerscheinungen.

Braunschweig 2018/2019 | Dr. med. Andreas Gruner, Braunschweig | Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig