Artikel erschienen am 02.11.2018

Die Schnarchschiene

Intraorale Protrusionsschiene

Von Frank Fusenig, Braunschweig

Schnarchen ist als schlafbezogene Atemstörung weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder Zweite im Schlaf schnarcht, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind.

Schnarchen belastet oft die Beziehung mit dem Schlafpartner. Kommen Atemaussetzer hinzu (obstruktive Schlafapnoe), drohen auch gesundheit­liche Folgen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. In schweren Fällen kommt es zu Sekundenschlaf, starker Antriebslosigkeit und Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems bis hin zum Herzinfarkt.

Das Ausmaß des Problems und die mögliche Behandlung sollte vom Fachmann im Schlaflabor festgestellt werden. Die Behandlung kann von verordneten Medikamenten, über das Tragen einer Schnarchschiene, bis zum Einsatz einer Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie) reichen.

Ein Schnarch-Therapiegerät kann eine schlafbe­zogene Atemstörung nicht „heilen“ und ist nötig, solange die Symptomatik besteht. Begleitende Einflüsse wie Alkoholgenuss oder starkes Übergewicht können die Symptome verstärken.

Für den überwiegenden Teil betroffener Menschen ist die Schnarchschiene ein erfolgversprechender Therapieansatz. Sie führt den Unterkiefer in eine vorgeschobene Position, um den Rachenraum zu vergrößern und die Muskelspannung leicht zu erhöhen. Das Atmen im Schlaf wird erleichtert, Schnarchgeräusche unterbleiben. Gleichzeitig ermöglichen manche Modelle Kieferbewegungen, was das Tragen angenehmer macht.

Aus der Vielzahl der Modelle am Markt (welche konstruktiv unterschiedlich, aber in ihrer Funktion ähnlich sind) sei hier das IST-Gerät (nach Dr. Hinz) ausgewählt. Es ermöglicht mit einer geringen Bisssperrung auszukommen und lässt der Zunge ihren gewohnten Raum. Das IST-Gerät ist langzeitstabil und lässt dem Unterkiefer in der vorgeschobenen Position Bewegungsfreiheit.

Das IST-Gerät wird von Ihrem Zahnarzt eingesetzt und individuell angepasst. Hierzu werden Abformungen Ihrer Ober- und Unterkieferzähne und ein Konstruktionsbiss (der die vorgeschobene Position des Unterkiefers vorgibt) in der Praxis erstellt. Nach diesen Vorgaben wird eine leicht zu handhabende, gut zu reinigende Schnarchschiene aus mundfreundlichem Material angefertigt.

Bilder: Fotolia/Anknv, Artemida-Psy

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