Artikel erschienen am 06.03.2019

Das Sterben ist Teil unseres Lebens

Von Andreas Günter, Braunschweig | Manuela Günter, Braunschweig

Genauso ist eine Bestattung ein Teil des Lebens. Jeder Mensch hat Vorstellungen, Wünsche oder Bitten. Sie bedeutet Ende und Abschied, sie wird von den Lebenden ausgerichtet und macht aus Angehörigen Hinterbliebene.

Fachkundige Beratung

Zumeist wird die Bestattung auch von den Lebenden geplant, gestaltet und organisiert. Wurde sie vom Verstorbenen selbst geplant, wurden tiefgreifende Entscheidungen gefällt — so oder so ist in diesem Zusammenhang eine sensible, fachkundige und kompetente Beratung erforderlich.

Schwerpunkte des Bestatters

Der Bestatter übt den Dienstleistungsberuf aus, den Verstorbenen auf dem Friedhof zu bestatten. Das Berufsfeld reicht von der Überführung vom Sterbeort, über die hygienische Versorgung, kosmetische Behandlung, Einkleidung, Einbettung in einen Sarg bis hin zum kompletten Arrangement einer Bestattung mit kirchlicher oder weltlicher Trauerfeier und der Beisetzung von Sarg oder Urne. Der Bestatter – er bringt einen Verstorbenen an seine letzte Ruhestätte.

Wie man eigentlich auf den Beruf des Bestatters kommt?

Manchmal schlicht über den Tischlerberuf. Gerade etwa in ländlichen Bereichen übernehmen auch heute noch häufig Tischlereien auch die Bestattungen. Wenn früher jemand gestorben ist, ist der Tischler dahin gefahren, hat den Verstorbenen ausgemessen, hat den Sarg gebaut und eventuell auch mit dem Fuhrwerk den Transport zum Trauerhaus oder zur Beerdigung übernommen. So sind Bestattermeister häufig auch Tischler bzw. Tischlermeister.

Den Menschen begleiten – die Angst nehmen

Als Bestatter hat man eine große Verantwortung zu tragen. Der Tod und der Umgang mit Verstorbenen ist ein sensibles und emotionales Thema. Es geht um Menschen – die auf ihrem Weg begleitet werden. Bestatter geben den Menschen bestenfalls Wärme, Sicherheit und versuchen, durch die Begleitung vor allem die Angst zu nehmen.

Zeit für die Angehörigen

Für gewöhnlich verläuft ein Trauerfall so, dass sich die Menschen zunächst telefonisch melden und dann beginnen, sich zu informieren, wie der Ernstfall gestaltet werden könnte. Tatsächlich sind hier etwa die rechtlichen Lagen unterschiedlich – die individuellen Bedürfnisse aber erst recht. Wenn der Verstorbene z. B. zuhause verstarb, kann der Leichnam bis zu 36 Stunden dort verbleiben. Damit sich die Angehörigen in Ruhe verabschieden können oder ggf. sogar der Pastor kommen und eine Aussegnung sprechen kann, müssen allerdings Vorkehrungen getroffen werden oder äußere Einflüsse bedacht werden. Wenn eine Wohnung recht eng ist und die Familie über zwei Tage in ständigem Blickkontakt mit der verstorbenen Person ist, ohne dabei eine Rückzugsmöglichkeit zu haben, kann dies sehr belastend sein. Dennoch tut es für den Prozess der Verabschiedung vielen Menschen gut, die Zeit für sich zu nutzen und die Veränderung des Körpers zu sehen. Dass etwa die Hautfarbe zurückgeht, dass der Körper erblasst, dass es einem immer bewusster wird, dass das Leben aus dem Körper geht und letztendlich nur noch die sterbliche Hülle bleibt.

Abschied am richtigen Ort nehmen

Abschied nehmen kann man also an verschiedenen Orten, oft auch bei einem Bestatter in seinen Räumlichkeiten, wo Familienangehörige den ganzen Tag am Sarg sitzen können. Vielleicht nochmal die Tageszeitung mitbringen, weil der Verstorbene die immer gelesen hat. Ein Stück vorlesen. Etwas erzählen. Und sich eben verabschieden.

In der Trauerhalle können Verwandte und Freunde in aller Stille vom Verstorbenen Abschied nehmen und gedenken.

Planung und Durchführung

Wenn jemand im Krankenhaus verstirbt, müssen Hinterbliebene zunächst darüber aufgeklärt werden, dass ein persönliches Gespräch sowie eine Vollmacht vonnöten sind, um den Verstorbenen aus der Pathologie zu überführen und den weiteren Verlauf zu gestalten. In Seniorenheime wird eher zunächst mit einem schlichten Sarg gefahren, um den Verstorbenen zu überführen und zunächst ein Gespräch mit den Angehörigen führen zu können, meist bei den Familien zuhause. Eine Beisetzung muss gut geplant sein: Wenn eine Beerdigung auf 13 Uhr angesetzt ist, dann muss sie auch um 13 Uhr stattfinden. Es müssen Pastor oder Redner, Organist, Blumen und Träger da sein – es muss einfach alles sehr genau geplant werden.

Außergewöhnliche Möglichkeiten der Beisetzung

Neben den traditionellen Erdbestattungen gibt es auch andere, außergewöhnliche Möglichkeiten der Beisetzung. Bei einer traditionellen Erdbestattung auf dem Friedhof besteht die Möglichkeit, Einzel- oder Doppelstellen zu berücksichtigen – an Stellen, die man sich selbst aussucht oder vom Friedhof vorgegeben werden. Bei den Erdbestattungen ist nicht so viel möglich, außer, dass man den Sarg an unterschiedlichen Stellen auf dem Friedhof beisetzen kann. Dagegen sind die Feuerbestattungen schon vielseitiger. Neben den Grabstätten auf den Friedhöfen mit und ohne Grabstein, mit viel oder wenig Pflege — je nachdem, wie die Angehörigen sich später einbringen wollen und sollen. Manche brauchen diesen Ort zum Abschied nehmen und Wiederkehren und andere nicht.

So gibt es in der Folge der Feuerbestattung auch die Seebestattung. Da wird die Urne auf See gebracht und die Trauergäste können gemeinsam mit einem Schiff aufs Meer fahren. Nach etwa drei Seemeilen, in einem bestimmten Bereich des Meeres, wird die Urne dann dem Wasser überreicht. Wenn ein Kapitän spricht, kann das ein sehr feierlicher Moment sein und für gewöhnlich gab es dann ja auch eine Beziehung zum Meer. Vielleicht hatte der Verstorbene selbst ein Segelboot und ist zum Angeln gefahren.

Ansonsten gibt es auch noch die Waldbestattung. Es wird die Urne an einem Baum bestattet. Hier übernimmt die Natur die Pflege, man hat zwar keine Möglichkeit, Blumen niederzulegen, dennoch gibt es einen festen Ort, an den gegangen werden kann, um des Verstorbenen zu gedenken. Ferner gibt es diese Diamantbestattungen oder die Bestattung im Weltraum.

Rechtzeitig vorsorgen

Ein weiteres wichtiges Thema der Bestattung an sich ist, wie bereits erwähnt, die Beratung und Begleitung, aber eben auch die Bestattungsvorsorge. Bei Eltern sind übrigens die Kinder bestattungspflichtig. Durch die Bestattungsvorsorge und eine Treuhandeinlage sichert man sich selbst und die Wünsche seiner eigenen Bestattung: Sollte man im Alter Pflege benötigen, die das Geld aufspeist, wäre die Beerdigung im Vorfeld gesichert. Dieses für die Bestattung vorgesehene Geld lässt sich ausschließlich gegen Vorlage der Sterbeurkunde abrufen. Diese Vorsorge ist auch vor Dritten geschützt, also etwa vor dem Sozialamt. Bei einer Pflegebedürftigkeit und aufgebrauchtem Vermögen käme niemand an die Rücklage heran. Häufig werden in eine Treuhandeinlage Beträge zwischen 3 000 und 6 000 Euro eingezahlt.

Ein Grund für eine Vorsorge kann also sein, die Familie vor den Kosten einer Bestattung zu schützen, allerdings gibt es auch Menschen, die eine konkrete Vorstellung ihrer eigenen Beerdigung haben. Menschen, die selbst entscheiden möchten, welches Lied gespielt wird, in welchen Sarg sie zur letzten Ruhe gebettet werden – oder auch, welche Blumen sie sich wünschen.

Bilder: Andreas Rudolph

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