Artikel erschienen am 18.09.2017

Der endobronchiale Ultraschall

Ein Weg zur schonenden Gewebegewinnung

Von Dr. med. Hans-Christian Duwe, Gifhorn

Viele verschiedene Krankheiten können zur pathologischen Vergrößerung der thorakalen und mediastinalen Lymphknoten führen. Quälende Symptome wie anhaltender Reizhusten, Schwäche, Gewichtsverlust bis hin zu Schluckbeschwerden sind die teils unspezifischen Symptome.

In der Röntgen-Untersuchung (zumeist Computertomografie) detektiert der behandelnde Arzt vergrößerte Lymphknoten. Anhand der Morphologie kann jedoch nicht auf die Dignität und ggf. Herkunft geschlossen werden. Hierbei kann es sich um Erkrankungen aus dem Formenkreis der Rheumatologie, Kollagenosen, Granulomatosen, entzündliche Lymphadenopathie oder auch metastatische Vergrößerung handeln.

Mediastinale Raumforderung im CT

Mediastinale Raumforderung

In jedem Fall ist es von größter Bedeutung, dass man eine weiterführende Diagnostik einleitet. Aus den im Thorax zwischen großen Gefäßen und anderen Organen vorhandenen Lymphdrüsen müssen Proben entnommen werden, um zu wissen, um welche Art der Lymphknotenvergrößerung es sich handelt, denn davon hängt das gesamte Therapiekonzept ab.

Was ist ein EBUS?

Die Untersuchung der thorakalen Lymphknoten ist heutzutage mit einem modernen und schonenden sowie minimalinvasiven, bildgebenden Verfahren möglich: der endobronchiale Ultraschall (EBUS). Der EBUS vereint die Möglichkeiten der Ultraschalldiagnostik und der Bronchoskopie.

EBUS-Doppler: Sonde und Ultraschallbild

EBUS-Doppler

Die Methode

Die Untersuchung wird in Allgemeinnarkose durchgeführt. Der Patient spürt davon nichts. Über eine Larynxmaske wird ein dünnes, flexibles und mit spezieller Elektronik ausgestattetes Bronchoskop eingeführt. An dessen Ende befinden sich eine Videokamera und ein kleiner Ultraschallkopf. Mit diesem winzigen Ultraschallgerät ist es möglich, die Lymphknoten im Thorax, die sonst bei einer Bronchoskopie nicht sichtbar wären, genau auszumachen und zu untersuchen. Eine weitere spezielle Ultraschallfunktion dieses Gerätes, der Power-Doppler, erlaubt es dem behandelnden Arzt, die Lymphknoten von den Blutgefäßen exakt zu unterscheiden. Über eine dafür konzipierte Nadel können unter Ultraschallsicht somit aus den thorakalen Lymphknoten Gewebeproben mit hoher Genauigkeit und Treffsicherheit entnommen werden. Eine Verletzung der benachbarten Thoraxgefäße ist durch das Zuschalten der Power-Doppler-Funktion ausgeschlossen. Das gewonnene Gewebe kann dann auf Krebszellen oder andere Veränderungen untersucht werden.

Mediastinaler Lymphknoten im EBUS

Mediastinaler Lymphknoten im EBUS

Wann ist EBUS noch hilfreich außer bei Krebs?

Auch viele gutartige Erkrankungen der Lunge bewirken eine Vergrößerung der thorakalen Lymphknoten: z. B. die Sarkoidose, eine entzündliche Krankheit unbekannten Ursprungs, sowie viele andere. Die endobronchiale, ultraschallgestützte Punktion eignet sich sehr gut dafür, gutartige Lymphknotenveränderungen zu diagnostizieren, damit eine gezielte Therapie auch eingeleitet werden kann.

Bilder: Helios Klinikum Gifhorn, Fa. Olympus

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