Artikel erschienen am 11.08.2017
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Sofortversorgung: Bewährtes Implantatkonzept bei Zahnlosigkeit

Mit moderner Technik

Von Michael Könnecke, Mannheim
Michael Könnecke
Michael Könnecke
Produktmanager Implantatsysteme

Besonders ältere Menschen sind oft mit vollständiger Zahnlosigkeit konfrontiert, die keinesfalls ein Dauerzustand sein sollte. Die mangelnde Fähigkeit, feste und faserige Nahrung zu genießen, hat negative Auswirkungen auf die Ernährung und möglicherweise auch auf die allgemeine Gesundheit, von der Unsicherheit in sozialen Situationen gar nicht zu reden. Darüber hinaus bildet sich der Kiefer ohne physiologische Belastung zurück. Ein seit Jahren etabliertes Verfahren erlaubt eine zeitsparende und günstige Therapie der Zahnlosigkeit auf Implantatbasis, bei dem unter Umständen sogar die alte Prothese angepasst und weitergenutzt werden kann.

Zahnimplantate wollen gut verankert sein

Wer so schnell wie möglich die Vorzüge der implantologischen Behandlung genießen möchte, wird sich, soweit es aus Sicht des behandelnden Arztes möglich ist, für eine Sofortbelastung entscheiden und wenn möglich versuchen, eine Augmentation zu vermeiden. Sofortbelastung bei Implantaten bedeutet, dass unmittelbar nach der Implantation eine festsitzende Prothese auf dem Implantat verankert wird, die auch gleich belastet werden kann. Eine Augmentation wiederum ist der Knochenaufbau, der oft nötig ist, wenn sich der Kiefer bereits zurückgebildet hat. Das vorgestellte Konzept bietet eine Möglichkeit der Sofortbelastung auf i. d. R. vier Implantaten im Unterkiefer. Voraussetzung ist in jedem Fall ein ausreichend dimensioniertes Knochenlager. 

Kern des Konzepts sind schräg gesetzte Implantate

Der Vorläufer dieses Verfahrens ist 1977 als Ledermann-Konzept in die Implantologie eingeführt worden. Seither werden die Sofortversorgungen kontrovers diskutiert. Schließlich entstehen alle Kosten und Aufwendungen, bevor die Implantate sicher eingeheilt sind. Die schräg gesetzten Implantate stützen in der hier vorgestellten Sofortversorgung die größtmögliche Fläche der Prothese ab. Der Vorteil ist, dass dieses Therapiekonzept mit relativ wenigen Implantaten auskommt. Natürlich ist jede Behandlungsplanung eine individuelle Abwägung, die die Möglichkeiten und Grenzen sorgsam für den Patienten abwägt.

Man kann durch schräg gesetzte Implantate die anatomischen Strukturen optimal ausnutzen

Im Unterkiefer kann man durch schräg gesetzte Implantate die anatomischen Strukturen optimal ausnutzen, um z. B. den Unterkiefernerv nicht zu verletzen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann sogar die bisher verwendete zahnfleischgetragene Prothese angepasst werden. Dafür wird die bisherige Prothese innen ausgeschliffen.

Fazit

Aktuelle Erhebungen gehen davon aus, dass bei rund 25 % aller Menschen in Deutschland, die über 65 Jahre alt sind, eine vollständige Zahnlosigkeit vorliegt.
Der Bedarf an Implantatversorgungen ist daher ungebrochen. Neben der Wahl der geeigneten Versorgungsform sollte auch die Wahl des geeigneten Implantatsystems bedacht werden. Das Implantat sollte in genügend klinischen Studien getestet worden sein und der Implantat­hersteller sollte möglichst auch noch nach Jahren geeignete Aufbauteile zur Verfügung stellen können.

Foto: Fotolia/pitb_1, Grafik: Dentsply Sirona Implants

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