Artikel erschienen am 20.05.2014
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Fuß- und Sprunggelenkserkrankungen

Von Dr. med. Bettina Mihm, Braunschweig

Schmerzen im Fuß oder Sprunggelenk führen zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Anfangs kann durch Schonhinken Beschwerdebesserung erzielt werden. Eine Dauerlösung ist dies jedoch nicht, denn die Fehlbelastung kann zu krankhaften Veränderungen bisher nicht betroffener Körperregionen oder -seiten führen. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit eines schmerzfrei funktionierenden Fußes. Gesunde Füße sind eben nicht nur eine Frage des Aussehens! Als meist belastetes Körperteil tragen sie uns alltäglich. Kommt es infolge von angeborenen Deformitäten, Krankheiten, Unfällen oder infolge des jahrelangen Tragens von unpassendem Schuhwerk zu Verformungen oder Fehlstellungen, sind Spezialisten gefragt.

Diagnostik

Mittels digitaler Röntgenaufnahmen wird das knöcherne Gerüst des Fußes vermessen. Computer­tomografie, Magnetresonanztomografie und Knochenszintigraphie ermöglichen die Darstellung des komplexen Gebildes Fuß mit Knochen, Sehnen, Nerven und Gefäßen. Im Vorfußbereich sind Fehlstellungen wie ein Ballenzeh oder eine Krallenzehe infolge eines Spreizfußes geläufig. Nicht selten sind diese Vorfußdeformitäten nur die Spitze des Eisberges und eigentlich ursächlich finden sich ein Platt- oder Hohlfuß mit Fehlstellung auch im Mittel- und Rückfuß. Die biomechanische Verkettung aller Fußgelenke und Sehnen muss bei jedem operativen Eingriff berücksichtigt werden.

Therapie

Bei leichter Deformität sind konservative Therapiemaßnahmen mit Einlagen- oder Bandagenversorgung und Schuhzurichtung ausreichend. Die operative Therapie ist von der Ausprägung der Zehenfehlstellung, den röntgenologisch ermittelten Winkeln des Fußskelettes, der Zehenbeweglichkeit, dem Ausmaß der eventuell schon vorhandenen Arthrose und Sehnenveränderung abhängig. Viele milde Fehlstellungen im Bereich des Vorfußes können heute ambulant operativ versorgt werden. Bei Hammer- und Krallenzehen wird das deformierte Gelenk entfernt oder versteift; schmerzt das Mittelfußköpfchen, wird eine Verkürzung des Knochens vorgenommen. Bei milder Einsteifung der Großzehe (Hallux rigidus) kommt eine Cheilektomie zur Anwendung, bei der die Knochenanbauten abgetragen werden. Die Abweichung der Großzehe zu den Kleinzehen, der sog. Hallux valgus oder Ballenzeh, wird zumeist durch einen Spreizfuß verursacht. Je nach Schweregrad kommen verschiedenste stellungskorrigierende Maßnahmen zur Anwendung. Eingriffe an mehreren Zehen oder schwere Hallux-valgus-Fehlstellungen werden im stationären Rahmen operiert. Liegt die Ursache des Spreizfußes in einer vorhandenen Plattfußdeformität, so muss zusätzlich die Fußwurzel oder das Fersenbein umgestellt und die Sehnenansätze verlagert werden. Deutliche Arthrose im Großzehengrundgelenk erfordert eine Versteifung des Gelenks in der Funktionsstellung. Dies geht zwar mit einem Verlust der Beweglichkeit einher, bringt für die Patienten jedoch langfristige Vorteile beim schmerzfreien Laufen. Ist das Sprunggelenk die Ursache der Beschwerden, handelt es sich zumeist um Knorpeldefekte im Sprungbein, dem sog. Talus. Kleinere oder früh erkannte Defekte können durch Spiegelung des Gelenkes mit Anbohrung des Knorpelherdes therapiert werden. Bei ausgedehnter Läsion wird eine offene Operation mit Auffüllung des Bezirkes mit Knochenmark und eine Deckung mit industriell hergestelltem Knorpelfleece notwendig. Bei weit fortgeschrittener Arthrose muss eine Versteifungsoperation oder aber die Implantation einer Sprunggelenksprothese in Erwägung gezogen werden.

Nachbehandlung

Die Umstellung am Knochen ist zwar mit Schrauben oder Platten stabilisiert, jedoch noch nicht knöchern durchbaut. Das Ausmaß der Entlastung ist individuell und abhängig vom jeweiligen Eingriff.

Foto: panthermedia/subbotina, Geistlich Pharma

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