Artikel erschienen am 16.05.2014
E-Paper

Der Schlüssel zum Fortschritt

Wissenschaftliche Dokumentation

Von Dr. med. dent. Gido Bornemann, Mannheim

Die sogenannte Dokumentation ist aus der medizinischen Forschung nicht wegzudenken. Hier werden alle Daten aus experimentellen und klinischen Studien, Fallbeobachtungen und Übersichtsarbeiten zusammengefasst. Mit diesen Daten lassen sich Technologien, Medizinprodukte, Medikamente und Behandlungsstrategien analysieren und evaluieren. Auch in der Zahnmedizin ist die Dokumentation der Schlüssel zum medizinischen Fortschritt. Besonders Implantate, die eine vergleichsweise „junge“ Behandlungsform darstellen, stehen im Fokus.

Implantologische Studien beschäftigen sich mit vielfältigen Fragestellungen, z. B. zur Sofortinsertion der Implantate nach einer Zahnextraktion, zur Stabilität des Weichgewebes oder zu verschiedenen Belastungsprotokollen. Studien in der implantologischen Forschung werden nur selten von den Herstellern der Implantate selbst durchgeführt. Der größte Teil entsteht in Regie der Anwender, also der Zahnärzte und Wissenschaftler in den Praxen und Zahnkliniken. Diese Ärzte und Zahnärzte tragen auch die Verantwortung für die Qualität der Studien. Nur eine methodisch einwandfreie Auswertung und zuverlässige Daten stellen den Erfolg sicher. Oft werden abgeschlossene Studien in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert und damit der Fachwelt zugänglich gemacht.

Die klinische Langzeitdokumentation über mindestens fünf Jahre ist einer der wichtigsten Nachweise für die Effizienz, Zuverlässigkeit und Sicherheit eines Implantats. Schaut man sich Studien an, sieht man den rasanten Fortschritt, den die Technologie in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Standards, die noch vor zehn Jahren einen Erfolg definierten, gelten heute als überholt.

Um diese Erkenntnisse zu generieren und Standards neu zu definieren, muss Forschung gefördert werden. Das tut auch PEERS, ein internationales Expertennetzwerk mit Mitgliedern aus Klinik und Praxis und aus dem Bereich der Zahntechnik, das den Nachwuchs fördern möchte. PEERS steht für „Platform for the Exchange of Education, Research and Science“ und will Impulse setzen, Neugier und Forscherdrang von Wissenschaftlern zu bestärken. Dazu dienen auch die inzwischen renommierten PEERS-Preise, die jedes Jahr für Forschungsarbeiten im Bereich der Implantologie ausgeschrieben werden.

Ähnliche Artikel

Gesundheit

Möglichkeiten des Kieferaufbaus

Im zahntragenden Bereich

Knochenverluste und -defekte stellen Funktion und Ästhetik der betroffenen Kör­perregion infrage. Im Kieferbereich können sie durch Zysten, Abbau nach Zahnverlust, Druckstellen von Prothesen oder Paradontitis auftreten. Im zahntragenden Bereich muss der fragliche Knochendefekt wiederaufgefüllt, sofern er nach beseitigung der Ursache nicht selbst abheilt.

Braunschweig 2017/2018 | PD Dr. med. Dr. med. Eduard Keese, Braunschweig | Dr. med. Christa Siemermann-Kaminski, Braunschweig

Gesundheit

Sofortversorgung: Bewährtes Implantatkonzept bei Zahnlosigkeit

Mit moderner Technik

Ein etabliertes Verfahren der Sofortversorgung, bei dem unmittelbar nach der Implantation eine Prothese auf dem Implantat verankert wird, erlaubt eine zeitsparende und günstige Therapie der Zahnlosigkeit, bei dem unter Umständen sogar die alte Prothese angepasst werden kann. Der entscheidende Kern dieses Konzepts sind die schräg gesetzten Implantate.

Braunschweig 2017/2018 | Michael Könnecke, Mannheim