Artikel erschienen am 10.05.2013
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Zahntechnik und Hightech

Von Thomas Ney, Braunschweig

Das zahntechnische Handwerk hat in den vergangenen zwei Jahren nochmals einen rasanten Fortschritt erfahren.

Die neuen Herstellungsverfahren, d. h. die Herstellung des Zahnersatzes per Computer und Fräsanlage (CAD/CAM), haben sich im Alltag bewährt. Präzision und Passgenauigkeit übertreffen die klassische Zahntechnik um Längen. Die ziemlich komplexen Herstellungsverfahren lassen sich durch die neuen Abläufe standardisieren. Passungsparameter können individuell an die Arbeitsweise des Behandlers und an die Gegebenheiten des Patienten angepasst werden. Das zahntechnische Endergebnis ist vorhersehbar geworden.

In diesem Zusammenhang hat sich die Materialvielfalt zugunsten des Patienten erhöht.

Es können einerseits Materialien angewendet werden, die vorher im zahntechnischen Bereich nicht zu bearbeiten waren, wie z. B. Zirkonoxid und Sintermetalle. Materialien wie Metalle werden wesentlich schonender bearbeitet, da der komplizierte und fehlerbehaftete Gussprozess wegfällt – die Qualität des Materials hat sich wesentlich erhöht.

Auch im Zusammenspiel zwischen Zahnarzt und Zahntechniker bieten die Techniken neue Möglichkeiten in der Kommunikation und der Zusammenarbeit.
So ist es möglich, das digitalisierte Modell und die spezielle Situation am Bildschirm via „Teamviewer“ (Kommunikationsprogramm) zu besprechen und im Vorfeld die optimale Lösung für den Patienten gemeinsam zu finden. Es entsteht ein sogenannter Mikroskopeffekt.

Das bedeutet, die jeweilige Mundsituation kann in Größenverhältnissen dargestellt werden, die sonst nur ein Stereomikroskop sichtbar machen könnte.

Der digitale Abdruck wird sich in den kommenden Jahren weiter am Markt etablieren. Damit schließt sich die digitale Prozesskette und die Fehlerquote wird weiter minimiert. Zurzeit ist der Einsatz des Mundscanners noch auf zu wenige Bereiche anwendbar und dadurch für viele Zahnarztpraxen unwirtschaftlich.

Grundsätzlich bieten 3D-Röntgengeräte, -Scanner, -Planungs- und -Diagnostiksoftware im Zusammenspiel mit den jeweiligen Behandlern (Kieferchirurg, Kieferorthopäde, Zahnarzt ) und dem Zahntechniker neue Möglichkeiten, den Patienten optimal zu behandeln.

Bei allem technischen Fortschritt ist handwerkliche Kunst und das Können des Zahntechnikers nach wie vor notwendig. Die digitalen Halbfertigzeuge werden vom Zahntechniker zu einem ästhetischen und funktionierenden Endprodukt veredelt.

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