Artikel erschienen am 01.05.2012
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Rettungsübung am Braunschweiger Hafen

Ehrenamtliche trainieren für den Ernstfall

Von Kerstin Kluth, Braunschweig

Mit Blaulicht und Martinshorn verlassen sechs Fahrzeuge der Johanniter-Unfall-Hilfe an einem Samstagmorgen die Dienststelle in Braunschweig. Mit Einsatzleit-, Rettungs-, Kranken- und Mannschaftstransportwagen sowie dem Fahrzeug der Rettungshundestaffel machen sich 22 Helfer und drei Rettungshunde auf den Weg zum Hafen.

Alarmiert wurde die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Ortsverbandes Braunschweig, da es am Hafen zu einer Explosion mit Personen­schaden gekommen ist. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und das Technische Hilfswerk (THW) sind ebenfalls dabei, denn es gilt, durch Frachtgut verschüttete und verunfallte Personen über das Wasser zu transportieren, um ihnen am anderen Ufer weitere Hilfe zukommen zu lassen.

Zügig beginnen die Johanniter damit, den Behandlungsplatz zu errichten; gemeinsam mit dem THW bauen sie das Zelt auf, in dem später die Verletzten versorgt werden. In der Zwischenzeit ist bereits ein Erkundungstrupp vom DLRG zur anderen Hafenseite gebracht worden und durchforstet dort das Terrain. Weitere Helfer von JUH und THW werden angefordert und schließlich setzen auch Kira, Lissi und Ludwig mit ihren sechs Hundeführern über, um drei vermisste Personen zu suchen.

Von acht Verletzten ist die Rede – in der Übung übernehmen diese Rollen sowohl Puppen als auch Darsteller der JUH. Bei zwei Opfern der Explosion kommt jede Hilfe zu spät, die Vitalfunktionen haben bereits ausgesetzt und die Wiederbelebungsversuche zeigen keinerlei Wirkung. Die übrigen Verletzten werden nach der Erstversorgung mit den Booten des DLRG und des THW zum Behandlungsplatz gebracht.

Nach fünf Stunden endet dieser Trainings­einsatz und die 50 Ehrenamtlichen können sich bei einer heißen Mahlzeit aufwärmen und stärken. Allen hat die Veranstaltung Spaß gemacht und die Neuen konnten viel lernen. Und genau darum geht es: Helfer auf ihren Einsatz vorzubereiten und die Zusammen­arbeit mit anderen Hilfs­organi­sationen zu üben.

Die ehrenamtlichen Johanniter in Braunschweig übernehmen regel­mäßig Sanitäts­dienste, zum Beispiel beim Nachtlauf oder dem Magnifest, und verbringen ihre Freizeit damit, anderen Menschen in Not­situationen zu helfen. Die Rettungs­hunde­staffel der Braunschweiger Rettungs­hunde-AG wird immer dann alarmiert, wenn es gilt, vermisste oder verirrte Personen in Wald- und Wiesen­gebieten zu finden.

Das Team um den neuen Gruppenführer Daniel Meyer ist noch nicht komplett. Jeder, der sich ehrenamtlich bei den Johannitern engagieren möchte, ist herzlich willkommen, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

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