Artikel erschienen am 25.01.2016

Portrait: Passgenaues Förderangebot

Antwort auf den demografischen Wandel

Von Michael Feldmeier, Hamburg

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Unternehmensnachfolgen in Hamburg notwendig werden. Zentraler Treiber hierfür ist die Demografie. Einer Studie der KfW aus 2015 zufolge ist gut ein Drittel der Inhaber mittelständischer Firmen 55 Jahre oder älter. Kleine und mittlere Unternehmen sind von der Demografie besonders betroffen, da der Mittelstand stark eigentümergeprägt ist. Mit dem Förderangebot „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ unterstützt die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) in Kooperation mit der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg (BG) Existenzgründungen und Unternehmensübernahmen zu günstigen und risikogerechten Konditionen und gibt so eine erfolgreiche Antwort auf den demografischen Wandel in der Hamburger Wirtschaft.

Menschen aus dem Viertel, Bauarbeiter in der Mittagspause und Anzugträger auf dem Zwischenstopp zwischen zwei Terminen: Rund 300 Gäste nehmen täglich Platz in der Veddeler Fischgaststätte. Das kultige Restaurant, das 1932 gegründet wurde und längst eine kleine Hamburger Institution ist, wechselte Anfang 2015 den Besitzer. In 8 Jahren Betriebszugehörigkeit als Gastronomieleiterin hatte die heutige Chefin ihren Arbeitsplatz auch als ein Stück neue Heimat schätzen gelernt, sodass sich die gebürtige Berlinerin entschied, das Geschäft weiterzuführen, als der Vorbesitzer seinen Rückzug ankündigte. Dass die Übernahme gut gelang, lag auch an der soliden Finanzierung mit einem „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“.

Unternehmensnachfolgen – ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit

Wenn auch die Touristenattraktion auf der Elbinsel gemessen an Mitarbeiterzahl und Ablösesumme ein eher kleiner Fisch ist: Das Thema Unternehmensnachfolgen gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen ist für die Stadt Hamburg und ihre Wettbewerbsfähigkeit von hoher Bedeutung. Müssen Unternehmen aufgeben, weil die Finanzierung nicht gesichert werden kann, ist dies nicht nur für den Altunternehmer schmerzhaft, dessen Herzblut in seinem Unternehmen steckt. Es drohen erhebliche Konsequenzen für verbundene Unternehmen, Mitarbeiter und letztlich für die Stadt Hamburg und ihre Bedeutung als Wirtschaftsstandort.

Kurzum

Hamburg darf den demografischen Trend in der Wirtschaft nicht unterschätzen. Deshalb arbeitet die IFB Hamburg engagiert dafür, dass aussichtsreiche Vorhaben in unserer Stadt die beste Förderung erhalten, und leistet einen wichtigen Beitrag, damit die Finanzierung gelingt. Denn die Finanzierbarkeit von Unternehmensnachfolgen stärkt den Standort und sichert Arbeitsplätze. Damit Existenzgründungen und Unternehmensübernahmen nicht an Finanzierungslücken oder fehlenden Sicherheiten scheitern, wurde 2014 der „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ ins Leben gerufen. Die Bilanz nach zwölf Monaten kann sich sehen lassen: Bisher wurden mehr als 160 Vorhaben mit einem Kreditvolumen von insgesamt rund 13 Mio. Euro in Hamburg begleitet. Damit wurde ein Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 25 Mio. Euro ausgelöst, mit dem mehr als 400 Arbeitsplätze erhalten und etwa 200 Arbeitsplätze geschaffen bzw. geplant werden.

Der „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“

Der „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ beinhaltet zinsgünstige Darlehen bis zu 500 000 Euro mit einer Laufzeit zwischen 5 und 10 Jahren, die von der IFB Hamburg bereitgestellt werden. Zur Absicherung dient eine Bürgschaft der BG für bis zu 80 % der Darlehenssumme. Durch eine Zinssubvention der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation werden die Darlehenskonditionen zusätzlich verbessert. Die Kredite werden über die jeweilige Hausbank beantragt. Die Kredit­obergrenze je Kreditnehmer liegt bei insgesamt 1 Mio. Euro innerhalb von drei Kalenderjahren.

IFB Beratungscenter Wirtschaft als zentrale Anlaufstelle

Neben dem „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ bietet die IFB Hamburg viele weitere Angebote, um Investitionen zu ermöglichen, Innovationen anzuregen und die Gründung und Ansiedlung von Unternehmen in Hamburg zu erleichtern und zu stärken. Zentrale Anlaufstelle in Hamburg zum Thema öffentliche Förderung in den Bereichen Wirtschaft, Innovation und Umwelt ist das IFB Beratungscenter Wirtschaft. Die hier tätigen Förderlotsen bieten nicht nur Informationen und Beratung zu den Förderprogrammen der IFB Hamburg, sondern auch zu anderen Landes- oder Bundesprogrammen. Die IFB Hamburg ist zudem Partner des Enterprise Europe Networks (EEN) und bietet eine besondere Kompetenz in den EU-Förderthemen.


Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge

Die Konditionen auf einen Blick:

  • Kostenübernahme bis 100 %
  • Eigenmittelanteil zwischen 7,5 % und 15 % des Vorhabens
  • fester Zinssatz über die gesamte Laufzeit von maximal 10 Jahren
  • bis zu 500 000 Euro pro Vorhaben und bis zu 1 Mio. Euro in drei Kalenderjahren je
  • Kreditnehmereinheit unter Berücksichtigung der jeweiligen Bürgschaftsobergrenze der BG

So funktioniert es:

  • Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Bankberater auf.
  • Beantragen Sie den Kredit bei einem Kreditinstitut Ihrer Wahl einschließlich einer Ausfallbürgschaft der BG. Auf Wunsch leitet die IFB Hamburg Ihren Bürgschaftsantrag an die BG weiter.
  • Die BG prüft Ihren Bürgschaftsantrag und teilt Ihnen, Ihrem Kreditinstitut und der IFB Hamburg das Ergebnis mit.
  • Die IFB Hamburg prüft die Förderfähigkeit Ihres Antrags und informiert Ihr Kreditinstitut.
  • Schließen Sie den Vertrag bei Ihrem Kreditinstitut ab.
  • Lassen Sie die Mittel durch Ihr Kreditinstitut abrufen.
  • Starten Sie Ihr Vorhaben.

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Hamburg 2015 | Michael Feldmeier, Hamburg