Artikel erschienen am 11.11.2011
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Zukunftsservice – zeitgemäß und flexibel fördern

Portrait Investitionsbank Sachsen-Anhalt – strategischer Partner des Landes für effiziente Wirtschaftsförderung

Von Manfred Maas

Jede Zukunft hat eine Vergangenheit. Beide Seiten sind interessant und spannend. Das hat unsere Veranstaltung „20 Jahre Entwicklung fördern – Zukunft gestalten“ im Frühjahr auf ganz spezielle Weise gezeigt: Wir haben uns gemeinsam mit Weggefährten und Gästen an die schwierigen Startbedingungen nach der Wende erinnert und markante Ergebnisse gezielter Förderpolitik neu in den Blick gerückt. Wir konnten auf wichtige Veränderungen in Sachsen-Anhalt aufmerksam machen, die ausgehend von landes­politischen Zielen in Jahren angestrengter Arbeit erreicht wurden. Natürlich haben wir auch jüngste Förderergebnisse präsentiert sowie künftige Aufgaben und Chancen dargestellt.

Rückblick – Förderpolitik im Wandel

Förderpolitik, -inhalte und -ziele unterliegen einem steten Wandel, erst recht in den nächsten Jahren. Es gibt wirtschaftliche und strukturelle Erfordernisse, arbeits­markt­politische, demografische oder auch landesplanerische Faktoren. Förderpolitische Vorgaben der Europäischen Union (EU), des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt ändern sich. Finanzpolitische Strategien orientieren sich an neuen Entwicklungszielen.

In den 90er-Jahren ging es um möglichst schnelle, neue Lösungen. Viele Entscheidungen fielen pragmatisch. Es gab Zeitdruck, Hektik, auch Atemlosigkeit. Ich erinnere an den Bauboom mit dem Spagat zwischen Abriss und Neubau, an die notwendige Förderung im Agrarbereich, an „Grüne-Wiese“-Investitionen sowie die riesigen Anstrengungen für eine industrielle, wirtschaftsnahe Infrastruktur. Längst ist das verarbeitende Gewerbe mehr ins Zentrum gerückt, ebenso industrielle Kerne, Wachstumspole, Clusterförderung, kleine und mittlere Unternehmen, Neuansiedlungen und Existenzgründungen. Forschung und Entwicklung, Innovation, Zukunftstechnologien und chancenreiche Branchen, Fachkräftesicherung sowie die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft bestimmen heutige und künftige Förderstrategien.

Nach 1990 wurden im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) bis einschließlich 2010

  • über 6,6 Milliarden Euro Zuschüsse an die gewerbliche Wirtschaft ausgereicht (Investitionsvolumen rund 33,9 Milliarden Euro),
  • rund 3,1 Milliarden Euro Zuschüsse für die kommunale Infrastruktur bewilligt,
  • über 130 000 Dauerarbeitsplätze neu geschaffen und über 220 000 Arbeitsplätze gesichert.

Durch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) und deren Vorgängereinrichtungen (1991 bis 1993 die Landestreuhandstellen /LTS für Wohnungsbau-, Wirtschafts- und Agrarförderung, 1993 bis 2004 das Landesförderinstitut / LFI) wurden insgesamt mehr als 360 000 Bewilligungen erteilt.

Land mit neuen Qualitäten

Sachsen-Anhalt hat sich zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gewandelt und ist strukturell vorangekommen. Es bietet lohnende, lebenswerte Perspektiven. Wirtschaftliche Dynamik und Leistungskraft können sich im bundesweiten Vergleich sehen lassen. Traditionelle Branchen sind wieder erstarkt, neue Branchen mit Zukunftspotenzial wachsen. Dabei hat die Förderung von Investitionen in Unternehmen, in Infrastruktur sowie in die Regionen das Land entscheidend vorangebracht. Dazu konnten wir seit 2004 als IB wesentlich beitragen und sind mittlerweile die zentrale Fördereinrichtung sowie ein stabiler, strategischer Partner der Landespolitik. Die kundenorientierte Struktur führte zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit. Wir konnten unsere Möglichkeiten als Bank besser einbringen. Service- und Betreuungsqualität sowie Beratungskompetenz entwickelten sich stetig weiter. Langjährige Erfahrungen und modernes Know-how wurden zusammengeführt.

Ausblick – finanzpolitische Strategie

Die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Land und IB soll fortgesetzt werden. Im Koalitionsvertrag der neu gewählten Landesregierung Sachsen-Anhalts heißt es unter anderem: „Die Dialoge der Landesregierung mit allen gesellschaftlichen Verantwortungsträgern auf regionaler und Landesebene zur Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik sollen fortgeführt und auf weitere Politikfelder ausgedehnt werden. Als strategischer Partner der Landesregierung soll die Investitionsbank in diesen gesellschaftlichen Diskurs weiter aktiv einbezogen werden.“ Weitere Förderprogramme sollen in der IB zusammengeführt und Doppelstrukturen beseitigt werden, damit Förderung noch effizienter wird.

Grundsätzlich zwingen die landespolitischen Entwicklungsziele und die absehbaren Veränderungen des Finanzrahmens zur Neuausrichtung der Förderkulisse. Dabei dient der bei der IB angesiedelte Strukturkompass als wichtige Datenbasis für wirtschafts- und finanzpolitische Entscheidungen. Wirtschaftspolitisch stehen Themen im Fokus wie

  • die Förderung des Innovationspotenzials kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU),
  • die angepasste und neu ausgerichtete GRW-Förderung insbesondere für forschungs- und wertschöpfungsintensive Unternehmen,
  • wissensbasierte Innovation sowie die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft,
  • die gezielte, passgenaue Förderung technologieorientierter Unternehmen,
  • chancenreiche Wachstums- und Zukunftsbranchen in den Bereichen Energie, Umwelt, Kreativwirtschaft,
  • die weitere nachhaltige Profilierung bereits am Markt etablierter Unternehmen,
  • die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Gezielt entwickeln – flexibel fördern

Entscheidend für künftige Förderung bleibt: Die Förderinstrumente und deren kreative Entwicklung müssen sich an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen orientieren sowie Bedarfe aufgreifen. In diesem Sinn setzen wir das uns übertragene und gemeinsam mit dem Land entwickelte Portfolio zuverlässig um. Die Entwicklung – weg von der Förderung durch verlorene Zuschüsse hin zu Darlehen und revolvierenden Fonds – geht weiter.

Die IB baut ihre Rolle als erster Ansprechpartner für Förderung in Sachsen-Anhalt und ihre Beratungskompetenzen weiter aus. An den Beratungssprechtagen „IB regional – wir für Sie vor Ort“ und im Regionalbüro Halle sind unserer Förderexperten ebenso direkt ansprechbar wie im Förderberatungszentrum in Magdeburg oder über die Hotline. Der neue Internetauftritt ist kundenfreundlicher geworden.

Unser Anspruch: Förderung soll möglichst unbürokratisch, transparent und zeitnah erfolgen. Erfahrungsschatz, hohes fachliches Niveau und Flexibilität sind wichtige Pfunde. Wir agieren weiter wettbewerbsneutral und marktergänzend. Die Zusammenarbeit mit Hausbanken bleibt selbstverständlich. Die Beziehungen zu Kooperationspartnern, zu Wirtschaftsförderern sowie zu Kammern werden gepflegt und ausgebaut.

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